Ziel, Prüfliste, Schleife: meine Vorlage
Statt Prompt, Ergebnis, Korrektur und wieder von vorn gibst du Claude einmal das Ziel und eine Prüfliste. Claude misst seinen Entwurf selbst daran und bessert nach, bis jeder Punkt erfüllt ist. Du schaust erst drauf, wenn es fertig ist.
Hier bekommst du die Vorlage zum Kopieren, eine Anleitung, wie du sie in fünf Minuten für deine Aufgabe ausfüllst, und ein echtes Beispiel: die Prüfliste, mit der mein Skript-Agent arbeitet.
Stand: Oktober 2026. Quelle: „Prompting best practices“ in der Claude-Dokumentation (platform.claude.com).
Die Vorlage
Kopier sie, ersetz die Teile in eckigen Klammern und schick sie als eine einzige Nachricht ab. Danach wartest du auf das Ergebnis, statt jeden Zwischenschritt zu kommentieren.
ZIEL [Was am Ende rauskommen soll, in zwei bis drei Sätzen: Was ist es, für wen ist es, wofür wird es gebraucht?] Warum das wichtig ist: [ein Satz Hintergrund] Material: [was du mitgibst oder wo es liegt] PRÜFLISTE Das Ergebnis ist erst fertig, wenn jeder dieser Punkte mit Ja beantwortet ist: 1. [prüfbarer Punkt] 2. [prüfbarer Punkt] 3. [prüfbarer Punkt] 4. [prüfbarer Punkt] 5. [prüfbarer Punkt] SCHLEIFE So arbeitest du: 1. Erstelle einen ersten Entwurf. Den Weg dorthin wählst du selbst. 2. Prüf den Entwurf Punkt für Punkt gegen die Prüfliste. Bei jedem Punkt: Ja oder Nein, mit einem Satz Begründung, der sich auf eine konkrete Stelle im Entwurf bezieht. 3. Bei jedem Nein: Bessere genau diese Stelle nach. Prüf danach die ganze Liste noch einmal, damit die Korrektur nichts anderes kaputt macht. 4. Wiederhole das, bis jeder Punkt Ja ist. Höchstens drei Runden. 5. Fehlt dir eine Information, die du für einen Punkt brauchst, erfinde nichts. Markiere die Stelle mit [FEHLT: was genau] und mach weiter. Gib mir am Ende: - das fertige Ergebnis - darunter das Prüfprotokoll der letzten Runde (Punkt, Ja oder Nein, Begründung) - falls nach drei Runden noch ein Nein übrig ist: welcher Punkt und warum Zwischenstände brauche ich nicht. Das letzte Wort habe ich.
So füllst du sie aus
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Das Ziel in zwei, drei Sätzen
Beschreib das Ergebnis so, wie du es einem neuen Mitarbeiter am ersten Tag erklären würdest: Was soll am Ende auf dem Tisch liegen, wer liest es, wofür? Der Satz „Warum das wichtig ist“ klingt überflüssig, hilft aber. Wenn Claude den Grund kennt, trifft er die vielen kleinen Entscheidungen unterwegs besser.
Was nicht ins Ziel gehört: die einzelnen Arbeitsschritte. Genau die überlässt du Claude.
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Die Prüfliste: nur Punkte mit Ja oder Nein
Das ist der wichtigste Teil. Ein Punkt taugt nur, wenn man ihn eindeutig abhaken kann. „Gut geschrieben“ kann Claude sich immer selbst bescheinigen. „Kein Satz länger als 20 Wörter“ nicht.
Schwach: Ist überzeugend. Klingt professionell. Ist nicht zu lang. Passt zur Zielgruppe.Stark: Höchstens 150 Wörter. Jede Zahl hat eine Quelle oder fliegt raus. Durchgehend du, nie Sie. Der erste Satz nennt das Ergebnis für den Leser. Am Ende steht genau eine Frage.Fünf bis acht Punkte reichen. Wenn du merkst, dass du dieselbe Korrektur zum zweiten Mal machst, gehört sie als neuer Punkt auf die Liste.
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Die Schleife unverändert lassen
Den Teil SCHLEIFE musst du nicht anpassen. Zwei Stellen darin sind bewusst so gebaut:
- Begründung mit Stelle im Entwurf. Ein bloßes „Ja“ ist schnell geschrieben. Muss Claude zeigen, wo der Punkt erfüllt ist, wird die Prüfung ehrlich.
- Höchstens drei Runden. Ohne Grenze kann Claude sich an einem Punkt festbeißen, der mit dem vorhandenen Material gar nicht zu erfüllen ist. Dann sollst du davon erfahren, statt endlos zu warten.
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Einmal abschicken, dann das Protokoll lesen
Du bekommst das fertige Ergebnis und darunter das Prüfprotokoll. Lies zuerst das Protokoll: Steht überall Ja, mit einer Begründung, die du nachvollziehen kannst? Dann liest du das Ergebnis selbst. Die Prüfliste nimmt dir das Nachbessern ab, nicht die Verantwortung.
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Dauerhaft einrichten statt jedes Mal kopieren
Für Aufgaben, die immer wiederkommen (Angebote, Kundenmails, Stellenanzeigen, Skripte), legst du auf claude.ai ein Projekt an und packst ZIEL, PRÜFLISTE und SCHLEIFE in die Projekt-Anweisungen (Instructions). Ab dann schreibst du pro Auftrag nur noch das Material dazu.
Arbeitest du mit Claude Code, kann Claude die Schleife sogar mit Werkzeugen prüfen, also Dateien öffnen, Befehle ausführen, eine Seite ansehen. Dann hängst du diesen Satz an:
Zusatz für Claude CodePrüf jeden Punkt der Prüfliste mit deinen Werkzeugen nach (Datei öffnen, Befehl ausführen, Ergebnis ansehen), nicht nur im Kopf. Schreib ins Protokoll, womit du jeden Punkt geprüft hast.
So sieht das bei mir aus
Mein Agent, der meine Reel-Skripte schreibt, arbeitet genau nach diesem Prinzip. Bevor ich ein Skript zu sehen bekomme, geht er es gegen eine feste Abnahme-Liste durch. Ein einziges Nein heißt: umschreiben, nicht ausliefern. Hier eine gekürzte Fassung als Vorlage, die du für deine eigenen Texte übernehmen kannst:
PRÜFLISTE Das Skript ist erst fertig, wenn jeder dieser Punkte mit Ja beantwortet ist: 1. Jede Zahl im Skript ist belegt. Was sich nicht belegen lässt, fliegt raus. 2. Jedes genannte Tool und jede Funktion gibt es wirklich und ist für die Zielgruppe erreichbar. 3. Durchgehend du, nie ihr, nie man. 4. Keine Gedankenstriche. 5. Die Länge weicht höchstens 20 Prozent von der Vorgabe ab. 6. Der Hook verspricht das Ergebnis, ohne schon zu erklären, wie es funktioniert. 7. Kein Versprechen, das ich danach nicht einlösen kann. 8. Laut gelesen: Kein Satz, über den man beim Sprechen stolpert.
Seitdem korrigiere ich nicht mehr Satz für Satz, sondern lese ein Skript, das die Liste schon bestanden hat. Das letzte Wort habe trotzdem ich.
Was ich dir mitgeben will
- Führen über Ziele, nicht über Handgriffe. Deinem besten Mitarbeiter sagst du auch, was rauskommen soll, und lässt ihn den Weg wählen.
- Die Liste ist nur so gut wie ihre Punkte. Wenn ein Ergebnis die Liste besteht und dir trotzdem nicht gefällt, fehlt ein Punkt. Ergänz ihn.
- Kurz halten. Die neuesten Claude-Modelle prüfen ohnehin schon viel selbst. Eine lange Liste mit Selbstverständlichkeiten kostet nur Zeit. Schreib die Punkte auf, die dir wirklich wichtig sind.
- Prüfen ja, abschicken nein. Claude bessert nach, du entscheidest, was rausgeht.
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